Aktuelles

Fest des Heiligen Ägidius 2021 – Schriftstelle: Röm 8,22-27
1. September

Worte von Marco Impagliazzo, dem Präsidenten der Gemeinschaft

Liebe Schwestern und Brüder,
das Fest des heiligen Ägidius vereint uns heute, auch zum Ende der Zeit des Sommers, zum gemeinsamen Gebet vor Ort und ideell verbunden mit all unseren Gemeinschaften, die dieses Fest feiern. Der Psalm sagt: „Siehe, wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen. Es ist wie köstliches Salböl… Es ist wie der Tau… Denn dorthin hat der Herr den Segen entboten, Leben bis in die Ewigkeit.“ Zusammen zu sein, so sagt die Schrift, bedeutet Segen und Leben bis in die Ewigkeit. Das Fest des heiligen Ägidius ist ein wertvoller Moment, um vor dem Herrn wieder zusammen zu kommen, vor seinem heiligen Antlitz mitten unter den Brüdern und Schwestern. Ja, all das ist köstlich wie Salböl, wie ein Balsam, all dies gibt Leben wie der Tau, der sanft in der Nacht herabfällt und die verdorrte Erde unseres Herzens und dieser Welt tränkt.
Wir hatten an den Todestag des heiligen Ägidius vor 1300 Jahren erinnert. Letztes Jahr sagten wir am 1. September: „das Gedenken an den heiligen Ägidius hat die europäischen Grenzen überwunden und ist nicht nur mit einem Heiligen verbunden, sondern mit einer Gemeinschaft, jedenfalls empfinden wir das so, mit vielen Gemeinschaften die zur gleichen Familie gehören, einer universalen Familie.“ Mit dem gleichen Geist feiern wir heute dieses Fest als ein Gedenken ohne Grenzen.
Es gibt einen Aspekt im Leben des heiligen Ägidius, den es zu vertiefen gilt: Er stammte aus Griechenland und ging nach Frankreich, wo er seiner Berufung folgte und wo er starb. Ägidius ist emigriert, weil er danach suchte, sich voll und ganz zu verwirklichen: er zog vom Orient zum Okzident. Im Namen unserer Gemeinschaft tragen wir den Namen eines Migranten! Das stellt uns heute infrage! Ägidius hat zunächst gelitten, als er sich in Frankreich niederließ, wo er Zuflucht in den Wäldern fand und zu Beginn in der Nähe der Tiere lebte, weil die Menschen ihn nicht aufnahmen. Er wurde vom Pfeil des Königs verletzt, weil er eine Hirschkuh beschützt hatte. Doch gerade diese Geste des Schützens hat ihn gerettet. In dem Moment, indem er das schwache Tier beschützte, fand er Rettung: Der König, der von dieser Geste betroffen war, wollte ihm Land geben, auf dem er sich ein Haus bauen konnte. Dieses Haus wurde zum Haus des Gebetes. Die Geschichte des Heiligen Ägidius, die der Herr gesegnet hatte, wurde beispielhaft und steht für den Schutz der Armen und Kleinen vor Krankheiten, vor Schiffbruch, vor den Geiseln der Natur, vor den Pandemien.
Seine Geschichte als Migrant aus dem Orient lässt uns heute voll Zuneigung und voll Sorge an die vielen jungen Menschen und Frauen aus Afghanistan denken, die vom Orient kommend Heil und Zukunft im Westen suchen. Der Migrant und der Flüchtling fordern uns auf, von uns selbst weg zu gehen, aus unserer gewohnten Egozentrik auszuwandern und Zuhörer zu werden für die Tausenden von Flüchtlingen, die aus ihren Ländern fliehen. Auch aus Nordmosambik, das uns so lieb ist. Sie erinnern uns an die Kinder und Jugendlichen, denen wir in diesem Sommer in den Lagern in Griechenland und den Wäldern in Bosnien begegnet sind. Sie erinnern uns an die Migranten, die aus Lateinamerika in die Vereinigten Staaten ziehen. All diese Menschen suchen den Frieden! Kein Krieg kann retten, das wissen wir genau. 20 Jahre Krieg hat Krieg hervorgebracht. Die Schrift sagt, dass sie Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden! Die Pflugschar errettet, nicht das Schwert. Die Entwicklung rettet, die Zusammenarbeit rettet, die Gastfreundschaft rettet, die Arbeit rettet!
Die Migranten müssen Aufnahme finden, immer und überall. Nicht mehr ungastliche Wälder oder Lager ohne alles, Bosheit und Unmenschlichkeit, Leben als Gespenster und unendliches Warten auf ein Dokument oder eine Erlaubnis, was Jahre dauern kann.
Im schwierigen und dramatischen Moment, den wir derzeit erleben, 20 Jahre nachdem die Welt vom Wahnsinn des Terrorismus erschüttert wurde und von den Kriegen, die als Antwort darauf entstanden sind, kommen wir von neuem zusammen zu diesem Gedenken, im Hören auf das Wort Gottes und vor das Antlitz Jesu. Dies ist ein Trost, aber auch eine Hilfe, damit wir dazu fähig werden, unermüdliche Diener des Friedens zu sein, zur Gastfreundschaft für die, die weggeworfen oder vergessen werden, es ist eine Hilfe, damit wir Kinder Gottes leben können. Wir können nicht resignieren vor einer Welt mit so großem Leid.
Das Wort Gottes macht uns offen für die Hoffnung, es eröffnet neue Wege, auch wenn wir sie nicht deutlich sehen: „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld“, sagt der Apostel Paulus. Ja, Schwestern und Brüder, wir müssen das Feuer der Hoffnung wieder entzünden. Die Hoffnung, dass eine neue Welt Wirklichkeit wird: deshalb ist es nötig, aus sich selbst auszuwandern, aus der eigenen Angst, der eigenen Faulheit. Dies entzündet das Wort des Herrn in uns, das uns aufweckt, führt und mit Hoffnung erleuchtet. Ägidius ist Zeuge dafür. In seinem Leben gab es viel Raum für die Begegnung mit dem Herrn und seinem Wort, und sein Name wurde zum Segen. Die Welt hat ein immenses Bedürfnis nach Hoffnung: Millionen von Menschen warten, dass sich neue Wege vor ihnen eröffnen. Ein immenses Bedürfnis nach Hoffnung… Wir befinden uns in einem schwerwiegenden Moment der Menschheitsgeschichte: viel Unsicherheit und Not sind noch mehr gewachsen in der Pandemie, die weiterhin viele Orte heimsucht.
Was in Afghanistan in diesen Wochen geschehen ist, hat viele Sicherheiten erschüttert. Es hat bewirkt, dass wir uns ohnmächtig fühlten. Dies scheint nicht der Moment für Hoffnung. Doch der Herr kommt unserer Schwachheit zu Hilfe und gibt uns die Worte, vor allem im Gebet, und die Gesten, um die Hoffnung zu pflegen, die nicht enttäuscht. Er gibt unserem Wunsch, die Welt zu verändern, Worte und Gesten. So wie er uns Weggefährten gibt, wie die Heiligen, um voll Vertrauen auf seine Barmherzigkeit auf dem Weg zu sein, denn die Hoffnung enttäuscht nicht.
Bitten wir um die Fürsprache des heiligen Ägidius für den Schutz der Gemeinschaft und die vom Leben Verwundeten.
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Herzliche Einladung zum Abendgebet ab 12.03.2021 immer freitags um 19.00 Uhr in der Kirche St. Johannes Baptist in Bielefeld-Schildesche.

Weihnachten 2020

Jesus wurde für uns geboren – als armes, verletzliches Kind, nicht als König; in einem arm-seligen Stall, nicht in einem Palast; besucht zuerst von Armen und Außenseitern, nicht von den Mächtigen der Zeit. Und doch – oder gerade deshalb? – wurde er für uns zum Erlöser.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio Bielefeld wünscht allen Freundinnen und Freunden ein gesegnetes, gnadenbringendes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes Jahr 2021.

Dezember 2020

Nikolaus kommt zu den Menschen am Bahnhof. Es gab leckeren Eintopf und einen Stutenkerl für alle, die uns besuchten. Einige erinnerten sich an ihre Kindheit – mit Tränen in den Augen und Dankbarkeit in ihren Gesten.

Wer mit der Gemeinschaft Sant’Egidio beten möchte, kann täglich online aus Rom – zeitversetzt mit deutscher Übersetzung – das Gebet verfolgen.
Hier der Link dazu: Sant‘Egidio 📖 (Gebete per Internet)

Uns erreichen Sie über E-Mail: 📭 Sant‘Egidio BI

🙏🏽 Achten Sie gut auf sich! Bis bald! 🙂

Unser Weihnachtsmahl 2019

Am 2. Weihnachtsfeiertag 2019 erwarteten unsere Gäste festlich gedeckte Tische, die Krippe, der Weihnachtsbaum und ein Drei-Gänge-Menü. Versammelt waren viele, die wir auch das ganze Jahr treffen, denn Weihnachten soll niemand allein bleiben, alle sollen spüren: Wir gehören zu einer großen Familie.

Unser Dienst »Warm in die Nacht« von November bis Ende März ist für diesen Winter beendet.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns mit einem großen Topf frisch gekochter Suppe für die Menschen an der »Tüte« so tatkräftig unterstützt haben! Ohne Ihre Hilfe wäre dieser Dienst nicht möglich!